Die Jota ist eine Spezialität aus Friaul-Julisch-Venetien. Sie ist eine herzhafte Suppe, deren Ursprung im slowenischen Umland liegt. Ein Rezept dazu gibt es nicht, jede Familie, jede Trattoria und jedes Dorf hat seine eigene Version, gemeinsam sind die Zutaten Bohnen und Kartoffeln, meistens ist die Basis Sauerkraut, in der Region um den Isonzo ist es Brovada, fermentierte Rüben.
Wir haben zum Neujahrstag (einmal kein Gulasch) unsere Version kreiert, die wir aus Triester Rezepten vor allem von Ami Scabar und der Trattoria Suban (abgedruckt im Slow-Food-Buch „Ricette del Friuli Venezia Giulia“) und aus eigenen Erfahrungen von Trattorien-Besuchen destilliert haben. Es ist eine Jota Triestina. Sie ist deftig im Geschmack und wärmt in der kalten Jahreszeit von innen. Wichtig ist, dass man diesem Eintopf Zeit gibt, damit er seine ganzen Aromen entfalten kann. Daher ist es ratsam, diese Suppe schon am Vortag zuzubereiten und über Nacht durchziehen zu lassen.
Zutaten für 6 bis 8 Personen
- 350 g trockene Bohnen (Borlotti oder andere)
- 2 Lorbeerblätter
- 350 g geräucherte Schweinsrippchen oder ähnliches
- 1 EL Olivenöl
- 400 g Sauerkraut
- 4–5 Knoblauchzehen
- Kümmel (Körner oder gemahlen) nach Belieben
- 4 mehlige oder festkochende Kartoffeln
- Salz und Pfeffer
- ½ TL geräuchertes Paprikapulver
- Optional: Olivenöl extravergine (herb)
Die Bohnen über Nacht in ausreichend Wasser einweichen. Das übrige Wasser der gewässerten Bohnen abseihen, die Bohnen mit den Lorbeerblättern und den Schweinerippchen in ca. 2 Liter frischem Wasser aufsetzen, zum Kochen bringen und ca. 40 Minuten bis eine Stunde weichkochen. Borlottibohnen sind schneller weich als andere, also nach 40 Minuten eine Probe machen, damit die Bohnen nicht zerkochen.
In einem anderen – größeren – Topf in wenig Olivenöl die gehackten Knoblauchzehen anschwitzen und das gewässerte und abgetropfte Sauerkraut dazugeben. Mit Kümmel würzen und dem Kochwasser von den Bohnen ab und zu aufgießen, damit das Kraut immer bedeckt ist.
Wenn die Bohnen fertig sind, diese abgießen, aber das Kochwasser weiter aufbewahren, um damit das Kraut zu begießen. Die Rippchen von den Bohnen trennen. Die Kartoffeln schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Diese nach einer halben Stunde Kochzeit zusammen mit dem restlichen Bohnenwasser zum Kraut in den Topf geben. Ungefähr eine weitere halbe Stunde ohne Deckel köcheln lassen, bis die Kartoffeln durch sind und das Wasser etwas reduziert ist.
Inzwischen das Fleisch von den Rippchen trennen und dieses in kleine Würfel schneiden. Die Hälfte der Bohnen mit dem Stabmixer pürieren und in die Suppe einrühren, was ihr eine tolle Bindung gibt. Zuletzt mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen und die übrig gebliebenen Bohnen sowie das Fleisch in den Topf geben. Gut durchrühren, den Deckel auf den Topf legen und von der Hitze nehmen. Am besten über Nacht oder länger durchziehen lassen.
Zum Servieren die Suppe wieder erwärmen aber nicht mehr aufkochen, wenn notwendig nachwürzen und auf die Teller verteilen. Wer will, kann noch feines Olivenöl, idealerweise ein Tergeste DOP, das angenehm herbe Olivenöl aus der Region Triest, in dünnem Faden auf der Oberfläche der Suppe verteilen. Zur Suppe passt hervorragend ein italienisches Landbrot oder ein italienisches Dinkelbrot. Als Wein wurde ein Malvasia mit längerer Mazerationszeit aus dem Karst gewählt.